Projekte der AG

NOZ, 28.12.2015

Am 13.05.2022 besuchte die Anti-Rassismus-AG der Alexanderschule Wallenhorst mit Herrn Mario Franz vom Osnabrücker Kulturverein Deutscher Sinti (Maro Dromm Sui Generis) die Synagoge in Osnabrück. Anlass dazu war der Wunsch, die kulturelle und religiöse Vielfalt in unserer Region besser kennenzulernen.

Am Tag der offenen Tür wurde an der Schule ein hebräisches Lied zu Tu biSchevat, dem sogenannten jüdischen Neujahrsfest der Bäume, eingeübt. Dieser Tag fällt dem Jüdischen Kalender entsprechend in unsere Winterzeit (Ende Jan./Anfang Februar) und kann deshalb – im Gegensatz zur Situation in Israel – nicht zum Pflanzen genutzt werden. Also pflanzten die SchülerInnen etwas verspätet, aber dennoch im Sinne der jüdischen Tradition, im Garten der Gemeinde einen Obstbaum. Einstimmig entschied die Gruppe vom Preisgeld des zuvor erhaltenen Friedenssonderpreises einen Zwetschenbaum zu stiften. Die Pflanzaktion wurde begleitet von Jill Strüber, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Vereins MDSG und von Andreas Ottmer und Irit Sowada, die uns sowohl musikalisch als auch sprachlich tatkräftig unterstützten.

Das besondere Highlight des Nachmittags war die Präsentation einer TORA-Rolle von Frau Lea Mor ( Vorstand der Jüdischen Gemeinde) und der Gesang von Herrn Baruch Chauskin (Kantor der Jüdischen Gemeinde).

Ein großes Dankeschön an alle, die dieses Erlebnis ermöglichten.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat am heutigen Mittwoch, 8. Dezember, sechs Schulen und Schulprojekte mit dem Niedersächsischen Schülerfriedenspreis, dem Zivilcouragepreis sowie einem Sonderpreis zum Landes-Geburtstag ausgezeichnet. Die Wallenhorster Alexanderschule erhält den diesjährigen Sonderpreis „Wir in Niedersachsen. 75 Jahre Niedersachsen“.
Mit dem Schülerfriedenspreis und dem Zivilcouragepreis würdigt das Land schulische Projekte, die dem friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Kultur und Religion, der Völkerverständigung, dem interkulturellen Dialog, der Vorbeugung von Gewalt, Aufarbeitung von Terrorherrschaft sowie dem Abbau von Vorurteilen und dem Einsatz für Zivilcourage dienen. Der anlassbezogene Sonderpreis 2020/2021 befasste sich – passend zum Landesjubiläum – mit dem Thema „Wir in Niedersachsen. 75 Jahre Niedersachsen“.

„Die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft, menschenfeindliche Einstellungen, die bis weit in die Mitte der Gesellschaft reichen, die Zunahme von Hatespeech oder der menschengemachte Klimawandel und seine jetzt schon dramatischen Folgen, stellen uns als Gesellschaft vor große Herausforderungen und erfordern unser entschlossenes Handeln“, ordnet Kultusminister Tonne die heutige Auszeichnung ein und betont: „Wir brauchen Antworten und Reaktionen auf diese Herausforderungen und genau deshalb freue ich mich auch so über die heute ausgezeichneten Projekte von Schülerinnen und Schülern, die genau das exemplarisch leisten. Sie setzen ein ganz klares Zeichen gegen Ausgrenzung, Hass und Diskriminierung und setzen sich für ein gutes und solidarisches Miteinander in Schule und darüber hinaus ein.“

Seit 1993 lädt das Kultusministerium regelmäßig alle Schulen im Land ein, sich um den Schülerfriedenspreis zu bewerben. Beteiligen können sich alle Schulformen und Jahrgangsstufen, die gesamte Schule, einzelne Jahrgangsstufen oder Klassen, Arbeitsgemeinschaften, Lerngruppen aller Art und auch einzelne Schülerinnen und Schüler. Alle Darstellungsformen sind dabei willkommen, d.h. es können Texte, Filme, Theater- oder Musikstücke, Kunstwerke, Plakate oder digitale Produkte eingereicht werden.

Der diesjährige Sonderpreis „Wir in Niedersachsen. 75 Jahre Niedersachsen“ geht an die Alexanderschule Wallenhorst. Mit ihrem Projekt „Vom Einrad zum Tandem“, ist es der Hauptschule laut Jury gelungen, nicht nur einen Blick auf die eigene Geschichte, den Holocaust und das NS-Regime zu richten, sondern die Auseinandersetzung mit Rassismus und Ausgrenzung kontinuierlich und über einen langen Zeitraum in das Schulleben zu integrieren und so einen wichtigen Beitrag zur Kultur des Erinnerns und gegen das Vergessen zu leisten. Ausgang im Schuljahr 2008/2009 war die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – sowie Gespräche mit dem damaligen Schüler Geronimo Franz. Als junger Sinto war er einer der ersten, der seine persönliche Geschichte – nämlich die der Ausgrenzung und Verfolgung seines Großvaters in der NS-Zeit – im Rahmen des Unterrichts thematisierte. Gemeinsam mit dem Sinti-Kulturverein „Maro Dromm Sui Generis“ arbeitet die Schule seitdem in einer im Tandem angelegten Projektarbeit zu Themen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Quelle: www.wallenhorster.de

Zum Artikel von Sophie Scherler